Nach langer Zeit - M31 und M33

Nach langer Zeit - M31 und M33

Endlich! Gestern war es um 18 Uhr düster und der Mond war super klar am Himmel auszumachen. Dann hab ich auch noch Zeit gehabt und diese auch sofort genutzt: Ran ans Teleskop. Insgesamt 4 Stunden habe ich dann mit Schauen und Fotografieren verbracht.

Zuerst schwenkte ich zwecks Einstand auf Jupiter. Wie immer ein toller Anblick, jedes mal. Aber Fotografiert habe ich ihn nicht. Dafür habe ich ihn in letzter Zeit doch zu oft zu Gesicht bekommen (entsprechende Foren platzen schon vor Jupiterfotos). Vor allem warte ich aber sehnsüchtig darauf, zum ersten mal den Saturn zu sehen. Das wird jedoch erst ende des Monats und noch besser im Februar möglich sein.

Mein erstes Ziel, ich wollte es jetzt endlich mal schaffen, war wieder M31, die Andromedagalaxie. Ich habe mir direkt nach dem letzten Beobachtungsabend ein Fernauslöser für die EOS gekauft, weil ich auch mal länger als 30 Sekunden belichten möchte. Dieser Auslöser hat eine art “Feststelltaste”, die dann so lange den Auslöser drückt, bis ich ihn wieder löse. Das habe ich dann auch gleich gemacht (nachdem ich relativ zügig mit dem Teleskop M31 ausfindig machen konnte) und direkt einige Bilder in verschiedenen Belichtungszeiten zwischen 90 und 120 Sekunden aufgenommen.

Zeit:       2011-11-30 19:28 - 19:55
Teleskop:   SW 150/750 f/5 Reflektor
Montierung: EQ-6
Kamera:     EOS 400D
Belichtung: 14 x 90s-120s
Darks:      2 x 120s
Software:   DeepSkyStacker, Photoshop

Weiter ging es mit den Plejaden. Für einen einfachen offenen Sternhaufen gehalten, haben mir einige Bilder aus dem Netz gezeigt, dass auch hier schöne Nebel von den Sternen beleuchtet werden. Man spricht von Reflexionsnebeln. Diese wollte ich auch mal festhalten. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Rohdaten dafür noch nicht bearbeitet, also gibt es auch noch keine Bilder.

Nachdem ich von M31 und den Plejaden meiner Meinung nach genug Bilder hatte, habe ich mich M33 gewidmet. Diese befindet sich im Sternbild Dreieck, ungefähr zwischen dem äußeren einzelnen Stern “Metallah” und dem zweiten Achsenstern der Andromeda “Mirach” – soviel wusste ich. Eine grobe Sternenkarte hatte ich auch von dieser Region. Leider hat sie nicht die einzelnen, kleinen und nur im Teleskop sichtbaren Sterne aufgelistet. Und so suchte.. suchte.. suchte.. suchte.. suchte.. suchte.. und suchte.. ich mich fast zu Tode. 50 Minuten später riss mir dann auch mal der Geduldsfaden und ich hab den Laptop rausgeholt (Dunkeladaption weg, aber was soll’s wenn man eh nix sieht??) und in Stellarium nachgeschaut. Aha, da waren direkt auch die kleinen Sterne zu sehen. Und super, diese kleine mimi-dreiecks-Kombination habe ich doch schon ein paar mal im Teleskop gesehen. Laptop, Teleskop, Laptop, Teleskop, Laptop, Teleskop und zack, da muss sie eigentlich sein. Aber zu sehen war nichts. Kurz gewartet, zwecks Adaption, und noch mal geschaut. Ok, ein ganz feiner, kaum wahrnehmbarer Nebel war zu erkennen. Da hätte ich ja ewig suchen können! Aber im Buch stand ja auch: Nur bei absoluter Dunkelheit. Nächstes mal drauf hören. Ich wollte es mir trotzdem nicht nehmen lassen, das Ganze dann auch mal zu Fotografieren (dafür betreibe ich den ganzen Aufwand ja auch). Kamera drauf, fokussiert und die nächsten 20 Minuten mit 90-Sekunden-Bildern verbracht.

Zeit:       2011-11-30 21:12 - 21:32
Teleskop:   SW 150/750 f/5 Reflektor
Montierung: EQ-6
Kamera:     EOS 400D
Belichtung: 13 x ~90s
Darks:      2 x 90s
Software:   DeepSkyStacker, Photoshop

Die Bearbeitung dieses Bildes erwies sich als recht knifflig. Nachdem auch ein ganzer Monat vergangen war, musste ich da auch erst mal weider etwas rein kommen. Aber ich denke, das Ergebnis kann sich bei der geringen Belichtungszeit durchaus sehen lassen.

Danach wollte ich eigentlich noch den Herrn Orion aufnehmen. Auf seinen Nebel war ich bei hoher Belichtungszeit besonders gespannt, aber um 21 Uhr war er noch nicht zu sehen und so langsam zog sich der Himmel zu. Eine Wolke stalkte schon die ganze Zeit in meiner Nähe und der Halbmond bekam nun auch langsam einen Schleier… Und dann kam auch schon meine Freundin um mich abzuholen und ich wollte sie auch nicht mehr warten lassen. Aber beim nächsten Mal krieg’ ich ihn!

Fazit des Abends:

  • Der Fernauslöser ist super! Endlich länger als 30 Sekunden belichtet und dann gleich so tolle Ergebnisse bekommen. Klasse!
  • Nächstes mal direkt vorher auf Stellarium die genaue Sternumgebung eines Wunschziels suchen. Das erspart viel Frust.
  • Belichten, belichten, belichten :D.

Hoffentlich kommen jetzt mal wieder bessere Abende/Nächte. Drückt mir die Daumen ;-).