Kokon-Nebel

Kokon-Nebel

IC 5146, auch als Kokon-Nebel bekannt, ist ein astronomischer Nebel mit einem eingebetteten offenen Sternhaufen im Sternbild Schwan. Der Sternhaufen trägt die Bezeichnung Collinder 470. Der Nebel hat eine scheinbare Ausdehnung von rund 10 Bogenminuten und ist etwa 3000 Lichtjahre von der Erde entfernt; seine physische Ausdehnung beträgt damit ca. 10 Lichtjahre. 

Der Nebel ist ein Sternentstehungsgebiet mit ionisiertem atomarem Wasserstoff und hat sowohl emittierende, reflektierende als auch absorbierende Bestandteile. IC 5146 befindet sich von der Erde aus gesehen am östlichen Ende der länglichen Dunkelwolke Barnard 168 und ist mit dieser zusammen Teil einer ausgedehnten Molekülwolke. Etwas westlich liegt der Reflexionsnebel von vdB 147, der vermutlich auch zum Komplex gehört. Die im Innern der Wolke ablaufende, rege Sternentstehung führt zur Bildung eines jungen offenen Sternhaufens mit der Bezeichnung Collinder 470, einer scheinbaren Helligkeit von 7,2 mag und einem geschätzten Alter von wenigen hunderttausend Jahren. Dieser Sternhaufen und insbesondere der hellste Stern in seinem Zentrum, BD +46° 3474 (Typ B0 V, 10 mag), sind verantwortlich für die Ionisation des Nebels und damit für sein Leuchten. Sie schaffen eine "Höhle" im Staub und Gas der Molekülwolke und eröffnen uns somit den Blick in sein Inneres. Der Nebel wurde fotografisch von Edward Barnard auf einer Aufnahme vom 11. Oktober 1893 entdeckt, später unabhängig davon auch von Max Wolf (28. Juli 1894).


Aufgenommen von Daniel.

Ich habe mich endlich mal dazu entschlossen, einen Nebel aufzunehmen. Es sollte laut Wetterdiensten eine schöne, klare Nacht werden - und das wurde sie bis auf gelegentlichen Schleierwolken auch. Gegen 23:30 Wurde die komplette Technik in der Sternwarte eingestellt und pünktlich um Mitternacht verließen Markus und ich den Bau. Er selber richtete sein Teleskop auch auf einen Nebel, dessen Bezeichnung mir allerdings gerade nicht einfallen möchte.

Leider hat sich am nächsten morgen herausgestellt, dass ich dann doch nicht ganz im Fokus bin. Schade! Einen Koma-Korrektor benötige ich auch ganz dringend. Bei den weit mehr als 3500 Sternen auf dem Bild sieht man das auch deutlich. Das wird aber sicher irgendwann nachgeholt. Aber nur, wenn nicht eine Galaxie zur Fotografie bereit steht ;-).

Daten für Interessierte:

Produziert von Daniel de Buhr
Light 35 x 300s ISO 400
Dark n/a
Gesamtbelichtung ca. 3 Stunden
Optik 150/750mm Newton von SkyWatcher
Montierung EQ-6 Pro SynScan von SkyWatcher
Kamera EOS 1000Da (modifiziert)
Kamera-Steuerung BackyardEOS
Stacking DeepSkyStacker
Guiding (Optik) 80/400mm TS
Guiding (Kamera) ALCCD 5
Guiding (Software) PHD Guiding
Bildbearbeitung Adobe Photoshop CS6, Fitswork
Zeitraum 15.07.2013
Standort Sternwarte